Atempausentraining: Wer sollte vorsichtig sein? Risiken & wichtige Hinweise

Für wen ist Atemanhalten nicht geeignet?

Das bewusste Anhalten des Atems – insbesondere beim Atempausentraining nach Buteyko – kann eine starke physiologische Reaktion auslösen. Während es vielen Menschen hilft, Stress zu reduzieren, die Atemqualität zu verbessern und mehr Energie zu gewinnen, gibt es einige Personengruppen, die besonders vorsichtig sein sollten oder vorab ärztlichen Rat einholen müssen.

Warum kann Atemanhalten riskant sein?

Beim Atempausentraining steigen die CO₂-Werte im Körper, während der Sauerstoffgehalt (O₂) kurzfristig sinkt. Dies kann zu einer Veränderung des Blutdrucks, der Gefäßspannung und der Sauerstoffversorgung führen. Besonders bei Menschen mit bestehenden gesundheitlichen Problemen kann dies Nebenwirkungen haben.

💡 Wenn Du zu einer der folgenden Gruppen gehörst, lies bitte aufmerksam weiter und passe Deine Atemübungen entsprechend an.

1. Menschen mit Bluthochdruck oder Herzerkrankungen

Das bewusste Atemanhalten kann den Blutdruck vorübergehend erhöhen und die Durchblutung im Herzen und Gehirn beeinflussen. Bei Menschen mit chronischem Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder anderen kardiovaskulären Erkrankungen kann dies gefährlich werden.

Was tun?

✅ Starte mit leicht reduzierter Atmung, anstatt mit Atempausen.

✅ Erhöhe Deine Kontrollpause nur schrittweise (max. 2 Sek. pro Woche).

✅ Höre bei Unwohlsein, Schwindel oder Herzklopfen sofort auf.

2. Menschen mit Panikattacken & Angststörungen

Atemanhalten kann das Gefühl von Lufthunger auslösen – und das kann Angstzustände oder Panikattacken verstärken.

Was tun?

Langsam starten & nur so weit gehen, wie es sich gut anfühlt.

✅ Falls Panik aufkommt: Sofort tief durch die Nase atmen & den Körper entspannen.

✅ Alternativ mit sanfter Atemreduktion beginnen.

3. Menschen mit Magen- und Darmproblemen

Atempausen können die Darmperistaltik (Darmbewegung) verstärken. Bei Gastritis, Morbus Crohn, Colitis oder Magengeschwürenkann dies zu Beschwerden führen.

Was tun?

✅ Vermeide zu lange Atempausen oder starkes Lufthungertraining.

✅ Höre auf Deinen Körper und steigere Dich langsam.

4. Schwangere & Menschen nach Organtransplantationen

Während der Schwangerschaft kann ein plötzlicher Anstieg von CO₂ das Immunsystem aktivieren, was in seltenen Fällen zu Problemen führen kann. Nach einer Organtransplantation besteht das Risiko, dass eine zu schnelle Veränderung des Atemmusters das Immunsystem überreagieren lässt.

Was tun?

Während der Schwangerschaft kein Atempausentraining!

✅ Atemübungen nur sanft durchführen – keine schnellen Fortschritte erzwingen.

✅ Nach Organtransplantationen: Ärztliche Abklärung dringend empfohlen!

5. Menschen mit Migräne & häufigen Kopfschmerzen

Ein plötzlicher CO₂-Anstieg kann eine Sauerstoffflut ins Gehirn auslösen, die in seltenen Fällen Spannungskopfschmerzen oder Migräneanfälle verstärken kann.

Was tun?

✅ Falls Kopfschmerzen auftreten: Reduziere die Intensität der Übungen.

✅ Trainiere in einem langsamen Tempo.

6. Menschen mit Blutgerinnseln oder frischen Verletzungen

Das Atemtraining kann die Durchblutung der kleinsten Gefäße anregen. Das ist für viele Menschen positiv, kann aber bei Blutgerinnseln (Thrombose) oder frischen Wunden problematisch sein.

Was tun?

✅ Falls Du zu Thrombosen neigst, hole vorher ärztlichen Rat ein.

✅ Falls Du eine frische Wunde hast, verzichte einige Tage auf intensives Atem-Training.

7. Menschen mit schweren Erkrankungen – Vorher Arzt fragen!

Falls Du an einer der folgenden Erkrankungen leidest, solltest Du vor Beginn des Atemtrainings ärztlichen Rat einholen:

  • Krebsbehandlungen (Chemotherapie, Bestrahlung)
  • Diabetes Typ 1
  • Epilepsie & neurologische Erkrankungen
  • Schizophrenie & psychische Erkrankungen
  • Sichelzellenanämie
  • Arterielle Erweiterungen (Aneurysmen)
  • Schwere Herzprobleme
  • Unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Gehirntumore & Lebererkrankungen

Fazit: Atempausentraining ist kraftvoll – aber nicht für jeden geeignet

Das bewusste Atemanhalten kann sehr effektiv sein, wenn es richtig angewendet wird. Doch nicht jeder sollte direkt mit intensiven Atempausen starten.

💡 Falls Du gesundheitliche Einschränkungen hast, beginne mit sanfteren Atemübungen oder hole ärztlichen Rat ein!

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